Meine erste Sprachreise: Volltreffer!

Reportage von

Mit der Entscheidung, den Französisch-Leistungskurs zu wählen, ging auch meine Entscheidung zu einer Sprachreise einher.
Das Ziel also: Frankreich.
Mein Vater ist als er jung war ebenfalls mit GLS nach Südengland gefahren. Als wir die Sprachschule dann im Internet wiederfanden, war meine Reise quasi schon gebongt.
Da ich nicht so der Typ für warme Strände bin, viel meine Wahl auf Saint Malo im Nordwesten Frankreichs.

Schon am ersten Tag in der Sprachschule habe ich mich auf alle Folgenden gefreut. Es ging mit einem kleinen Einstufungstest los und anschließend eine Vorstellungsrunde. Am nächsten Tag wurden wir dann entsprechend unserer Testergebnisse aufgeteilt. Der Unterricht war entspannt und entsprach dem Niveau der Schüler. Die Lehrerin, die ich in den beiden Woche hatte, war super nett, immer zu kleinen Späßen aufgelegt und stets bemüht, uns alles gut verständlich zu erklären. Die Kursgrößen waren nicht so groß gehalten, etwa um die 15 Schülerinnen und Schüler. So haben selbst die Grammatik-Stunden Spaß gemacht und ich habe meine Kenntnisse dort gut verbessern können.

In St. Malo gibt es einen riesigen Tidenhub von 12 m. Die Stadtmauern der Altstadt Intra-Muros werden seit Jahrhunderten von Baumstämmen geschützt, die die Wellen brechen und ihnen so ihre Wucht nehmen. Die Bezeichnung als „Côte d‘Émeraude“, Smaragd-Küste, ist wirklich verdient: Das Wasser ist wirklich tief türkis bis blau und absolut wunderschön.


Unter den anderen Kursteilnehmern haben wir uns echt gut verstanden bzw. verständigen können, da einige aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen und somit Deutsch sprachen. Ich habe ein paar wirklich sehr nette Mädchen kennengelernt, mit denen ich auch in Kontakt bleiben werde.

Der Blick vom Place du Quebec zum Grand Bé und dahinter dem Petit Bé.

Die Rue de la Chat qui danse hat einen sehr schönen Blick über die Stadtmauer aufs Meer.

Der Blick von der Insel des Fort National Richtung Festland.

An den Nachmittagen haben wir die verschiedensten Dinge unternommen: wir waren mehrfach am Strand und bei Ebbe auch auf der Insel Grand Bé, haben eine wirklich gut verständliche Stadtführung bekommen, besuchten die Stadt Dinan und Rennes, die beide sehr sehenswert waren. Außerdem haben wir Crêpe selber gemacht und haben das Memorial des 2. Weltkriegs an der Cité d‘Alet besucht.

Der Marché des Lices in Rennes, der zweitgrößte Markt in Frankreich. Hier war wirklich für jeden was dabei: von traditionell französisch mit Crêpe, Maccarons oder Käse, über lokal breotonisch mit Austern (oder ganz viel anderem Fisch) bis hin zu international mit Nudeln, Fleisch, Brot und anderem Gebäck, Obst und Gemüse, Marmeladen und viel viel mehr.

Ein kleiner Hogsmeade-Moment für Harry Potter Fans in Dinan. In der Altstadt von Saint Malo, Intra-Muros, gibt es sogar einen Harry-Potter-Laden.


Leider schien der Leiter unserer Aktivitäten (in der ersten Woche) nicht sonderlich begeistert und etwas überfordert mit uns, er sagte nicht sonderlich viel. Von daher waren die Anleitung der Aktivitäten verbesserungsfähig, aber es hat trotzdem super viel Spaß gemacht, die Kommunikation war nur etwas komplizierter. Da wir uns untereinander nochmals auf deutsch (oder auch auf englisch) gegenseitig helfen konnten, war auch das kein allzu großes Problem. Nach einer Woche ist dieser Leiter dann abgesprungen und ein Gastvater hat mit uns die Aktivitäten gemacht. Man hat sofort einen großen Unterschied gemerkt und wir hatten alle sehr viel Spaß und haben umso mehr unsere Französisch-Kenntnisse ausbauen können. Der Französisch-Leistungskurs wird kein Problem für mich sein!

Ein kleiner unscheinbarer Laden „Malo“, kurz hinter dem Haupttor von Intra-Muros, ein „Geheimtipp“ der Tochter meiner Gastmutter.  Die ortsansässige Firma produziert (sehr leckeren) Joghurt in verschiedenen Geschmacksrichtungen und hat eben auch diesen empfehlenswerten kleinen Shop mit einer Eismaschine.

Die Bolivianischen Tänzer des „Folklores du Monde“ Festivals in St. Malo, die uns an einem Nachmittag zufällig über den Weg getanzt sind. 

Ich habe bei einer alleinstehenden Dame gewohnt, ab und zu war auch ihre erwachsene Tochter mit ihrem Freund da, die nur so vor Lebensfreude sprudelte.

Die Madame war super nett, sehr zuvorkommend und hat mir einen wunderbaren Aufenthalt ermöglicht. Solange man sich gemeldet hat, wo man hingeht, war alles super und total unkompliziert, da sie auch Englisch und Italienisch gesprochen hat (sie ist in England aufgewachsen und hat zeitweise in Italien und sogar in Deutschland gearbeitet). Jeden Tag habe ich mich gefreut, dass ich mich so nett und total ungezwungen unterhalten konnte. Es hat sich richtig nach Zuhause angefühlt. Volltreffer also.

Besonders spannend waren die Sonntag-Abende, da ich genau in den beiden Wochen in Frankreich war, wo gewählt wurde. Der Moment, wo das erste Ergebnis gezeigt wurde, war wirklich unglaublich.

Bei meiner Gastmutter wohnte auch eine türkische Sprachschülerin, mit der ich mich sowohl auf Französisch (und manchmal auf Englisch) als auch persönlich gut verstanden habe. Wir hatten beide unser eigenes Zimmer.

Den Schulweg mit dem Bus haben wir gemeinsam gemacht, es dauerte etwa 20 bis 30 Minuten zum Bahnhof in Saint Malo, wo die Schule innerhalb von wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen war.

Die Kirche in Château-Malo, dem Vorort von St. Malo, wo ich gewohnt habe.


Besonderes gerne habe ich kleine Spaziergänge  in dem kleinen Vorort gemacht. Am Ende meines Aufenthalts kannte ich mich dort schon richtig gut aus. Es gab einen kleinen Supermarkt, eine Apotheke, eine kleine Boulangerie mit sehr leckeren Croissants (ich werde in Deutschland nie wieder ein so gutes Croissant essen können), und einen Briefkasten, den ich gerne für eine meiner zahlreichen Postkarten ansteuerte.

Der Sonnenuntergang war trotz leichtem Nieselregen ein wunderschönes Spektakel aus Licht. Als krönenden Abschluss gab es dann auch noch einen Regenbogen.

Die zwei Wochen in Saint Malo sind wie im Flug vergangen. Auch wenn ich mich sehr auf zuhause gefreut habe, war es mich doch schwer ums Herz, diese wunderschöne Küste und besonders meine Gastmutter zu verlassen. Eins steht jedoch fest: ich werde auf jeden Fall dorthin zurückkehren!